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Matthias Schnell

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Klärschlamm wird in Deutschland aktuell in der Landwirtschaft bzw. im Landschaftsbau und durch thermische Behandlung verwertet. Durch den steigenden öffentlichen und politischen Fokus auf Boden-, Pflanzen- und Umweltschutz wird die direkte Verbringung von Klärschlamm in die Landwirtschaft jedoch zunehmend kritisch bewertet. Dies ist durch das Risiko eines möglichen Eintrags enthaltener (organischer) Schadstoffe in die Umwelt (Nahrungsmittel, Grundwasser) begründet. Mit der "Verordnung zur Neuordnung der Klärschlammverwertung" von 2017 wird die landwirtschaftliche Verwertung unbehandelter Klärschämme daher zukünftig eingeschränkt.

Klärschlamm enthält jedoch auch wichtige Nährstoffe wie insbesondere Phosphor, welcher von der EU-Kommission bereits seit 2014 als kritischer Rohstoff eingestuft ist. Infolgedessen sind die EU-Staaten zu Maßnahmen zur Erhöhung der Nutzungseffizienz und des Recyclings verpflichtet. Mit Inkrafttreten des Artikels 5 der Klärschlammverordnung in 2029 wird für Kläranlagen schrittweise die thermische Behandlung verpflichtend. Bei einem Phosphorgehalt größer 2 % in der Trockenmasse besteht zudem die Vorgabe, entweder vor oder nach erfolgter thermischer Behandlung eine Phosphorrückgewinnung durchzuführen. Eine Vielzahl der Rückgewinnungsverfahren befindet sich momentan noch im Entwicklungsstadium. Daher ist derzeit unklar, ob diese Technologien zum geforderten Zeitpunkt technisch ausgereift und mit ausreichender Behandlungskapazität verfügbar sein werden.

Im Projekt werden auf Basis von Recherchen und Stakeholder-Befragungen Bestandsanalysen zu verfügbaren Kapazitäten der thermischen Behandlung sowie der Phosphorrückgewinnung durchgeführt und der weitere Kapazitätsbedarf bis zum Jahr 2029 prognostiziert. Weiterhin wird der Stand der thermischen Klärschlamm-Behandlungstechnik für alternative thermische Behandlungsverfahren und der Phosphorrückgewinnungstechnik ermittelt. Die erfassten Verfahren werden unter anderem hinsichtlich Effizienz und Technologiereifegrad vergleichend bewertet. Ziel ist es, Erkenntnisse für die weitere Aufstellung einer deutschen Phosphorstrategie zu sammeln.

Das Projekt wird in Kooperation mit dem Institut für Siedlungswasserwirtschaft (ISA) der RWTH Aachen im Auftrag des Umweltbundesamtes im Rahmen des Ressortforschungsplanes durchgeführt und mit Bundesmitteln finanziert.