Frauen-Power

  Frauenpower FRE

Frauen mit Ingenieur-Kompetenzen
Noch vor ein paar Jahren waren Frauen in den Ingenieurstudiengängen rar gesät. Dieser Trend scheint sich allerdings nicht mehr zu bestätigen, denn immer mehr Frauen entscheiden sich für einen Ingenieurstudiengang. Sie sind schon lange keine Exotinnen mehr in den technischen Studiengängen. Die Zahl der Frauen, die Ingenieurwissenschaften studieren hat sich laut VDI (Verein Deutscher Ingenieure) zwischen 1991 und 2011 mehr als verdoppelt. Damit, sagt der VDI, ist jeder fünfte Studierende der Ingenieurwissenschaften weiblich. Doch das ist noch lange nicht genug!

Statistiken zeigen, dass Frauen sich auch in einst von Männern dominierten Studiengängen behaupten können und ihr Licht keinesfalls unter den Scheffel zu stellen brauchen. Das sehen auch die Unternehmen so. Ingenieurinnen haben sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Arbeitgeber schätzen Frauen für ihr Engagement, ihren Ehrgeiz und ihre Kompromissbereitschaft und versuchen gezielt Absolventinnen ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge zu werben. Viele Unternehmer bieten sogar spezielle Förderprogramme für Frauen in Ingenieurberufen an. Dazu zählt beispielsweise MINT (Mathematik Informatik Naturwissenschaften Technik), ein Nationaler Pakt, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt wird. Hier können sich Schülerinnen und Studentinnen informieren, um sich ein realistisches Bild von ingenieurwissenschaftlichen Berufen zu verschaffen.

Weitere Informationen unter: www.komm-mach-mint.de

  EMC FRE

Frauen in der Rohstoff- und Entsorgungstechnik
„Frauen in technischen Studiengängen sind auf gleicher Augenhöhe mit ihren männlichen Kommilitonen. Man wird nicht belächelt oder anders behandelt, nur weil mehr Männer als Frauen in diesem Bereich studieren“, sagt Carola Boettcher, die an der RWTH Rohstoffingenieur-
wesen studiert und kurz vor ihrem Bachelorabschluss steht. Sie ist gerade von ihrem Auslandssemester in Spanien zurück. Nach dem Masterstudium würde Carola am liebsten in Südamerika arbeiten.

Im Studiengang Rohstoffingenieurwesen sind zurzeit 830 Studierende eingeschrieben, darunter 195 Frauen. Mit knapp 23,5 % ist die Frauenquote im Vergleich zu vielen anderen Ingenieur-Studiengängen recht hoch. Carola hat sich für für Rohstoffingenieurwesen entschieden, weil sie "schon immer gerne im Ingenieurbereich studieren wollte und schon früh mit dem Thema Bergbau in Berührung kam. Ein Praktikum bei RWE vor dem Studium zeigte mir, dass das Berufsprofil genau das Richtige für mich ist. Ich mag besonders die Vielseitigkeit in diesem Bereich.“

In Carolas Studiengang sind Frauen also keine Seltenheit. Die Berufschancen der Absolventinnen ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge sind darüber hinaus sehr vielfältig. „Man sieht schon bei den Praktika in Unternehmen, dass Frauen gerne gesehen werden und man viele verschiedene Möglichkeiten für die spätere berufliche Laufbahn hat. Wenn es keine Arbeitsplätze für Ingenieurinnen geben würde, dann würden sich die Unternehmen höchstwahrscheinlich nicht so um die Studierenden bemühen.“

Auch Lena Bläsing aus Dortmund ist auf der Suche nach Herausforderungen an der RWTH gelandet und studiert Rohstoffingenieurwesen. Für die Zukunft sieht Lena Frauen ganz klar vorne: „Natürlich ist Rohstoffingenieurwesen kein typischer Frauenstudiengang. Auch meine Leistungskurse Mathe und Physik sind keine typischen Schwerpunktfächer für Mädchen. Aber das hat mich noch nie gestört! Ich denke, dass Ingenieurinnen für Unternehmen eine große Chance bedeuten. Frauen denken nun mal anders als Männer, das eröffnet den Unternehmen neue Perspektiven.“

  Studenten vor der Hauptbibliothek

Frauen im Ingenieur-Beruf
Stefanie Sandlöbes hat sich nicht abschrecken lassen und wurde Ingenieurin. „Frauen mit technischem Interesse scheuen sich oftmals davor ein ingenieurwissenschaftliches Studium anzufangen, weil sie meinen, sich in männerdominierten Studiengängen mehr durchsetzen zu müssen. So ist das aber ganz und gar nicht. Ich habe mich immer gleichberechtigt gefühlt und ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Ingenieurwissenschaften sind sehr vielseitig und daher genauso spannend für Frauen wie für Männer. Es lohnt sich, diesen Weg einzuschlagen.“ Nachdem sie ihr Studium des Entsorgungsingenieurwesens mit einer Promotion in Metallurgie abgeschlossen hat, arbeitet sie nun am Max-Planck-Institut in Düsseldorf und ist mit der Entwicklung neuer Materialien im Bereich der Mikrostrukturphysik beschäftigt: „Die Arbeit macht mir Spaß und ich fühle mich sehr wohl.“ An ihrem Arbeitsplatz gibt es leider bis jetzt nur wenige Frauen in vergleichbaren Positionen – obwohl ihrer Meinung nach gerade ein gemischtes Team von Vorteil sein kann: „Frauen haben eine andere Sicht auf die Dinge als Männer. Sie arbeiten meistens viel strukturierter, wenn sie mehrere Projekte gleichzeitig betreuen. Deshalb sind sie eine Bereicherung für jedes Unternehmen.“

Fazit: Für Stefanie, Lena und Carola gibt es keinen Grund, sich als Frau mit Interesse an Naturwissenschaft und Technik nicht für ein Ingenieurstudium zu entscheiden. Die Frauenpräsenz in technischen Berufen ist zwar noch weit davon entfernt, „historisch gewachsen“ zu sein, aber der Anfang ist bereits gemacht!