Frauen-Power

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Frauen in der Rohstoff- und Energiebranche
„Frauen in technischen Studiengängen sind auf gleicher Augenhöhe mit ihren männlichen Kommilitonen. Man wird nicht belächelt oder anders behandelt, nur weil mehr Männer als Frauen in diesem Bereich studieren.“ Carola Boettcher studiert Rohstoffingenieurwesen an der RWTH Aachen und steht kurz vor ihrem Bachelorabschluss. Sie ist gerade von ihrem Auslandssemester in Spanien zurück. Nach dem Masterstudium würde Carola am liebsten in Südamerika arbeiten.

In den Studiengängen der Fachgruppe für Rohstoffe und Entsorgungstechnik sind zurzeit 643 Studierende eingeschrieben, davon 127 Frauen. Damit liegt der Frauenanteil bei knapp 20% – da geht noch deutlich mehr!

Die Berufschancen der Absolventinnen ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge sind sehr vielfältig. „Man sieht schon bei den Praktika in Unternehmen, dass Frauen gerne gesehen werden und man viele verschiedene Möglichkeiten für die spätere berufliche Laufbahn hat. Wenn es keine Arbeitsplätze für Ingenieurinnen geben würde, dann würden sich die Unternehmen höchstwahrscheinlich nicht so um die Studierenden bemühen.“

Auch Lena Bläsing aus Dortmund ist auf der Suche nach Herausforderungen an der RWTH gelandet und studiert Rohstoffingenieurwesen. Für die Zukunft sieht Lena Frauen ganz klar vorne: „Ich denke, dass Ingenieurinnen für Unternehmen eine große Chance bedeuten. Frauen denken nun mal anders als Männer, das eröffnet den Unternehmen neue Perspektiven.“

Frauen mit Ingenieur-Kompetenzen
Noch vor ein paar Jahren waren Frauen in den Ingenieurstudiengängen dünn gesät. Dieser Trend scheint sich allerdings nicht mehr zu bestätigen, denn immer mehr Frauen entscheiden sich für einen Ingenieurstudiengang. Sie sind schon lange keine Exotinnen mehr in den technischen Studiengängen. Die Zahl der Frauen, die Ingenieurwissenschaften studieren, wächst kontinuierlich, aber dennoch: Im Wintersemester 2016/2017 studierten 22.717 Personen an der RWTH einen Ingenieurstudiengang, nur 4.875 von ihnen waren weiblich. Das ist noch lange nicht genug!!

Statistiken zeigen, dass Frauen sich auch in einst von Männern dominierten Studiengängen behaupten können und ihr Licht keinesfalls unter den Scheffel zu stellen brauchen. Das sehen auch die Unternehmen so. Ingenieurinnen haben sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Arbeitgeber schätzen Frauen für ihr Engagement, ihren Ehrgeiz und ihre Kompromissbereitschaft und versuchen gezielt Absolventinnen ingenieurwissenschaftlicher Studiengänge zu werben. Viele Unternehmen bieten sogar spezielle Förderprogramme für Frauen in Ingenieurberufen an. Dazu zählt beispielsweise MINT (Mathematik Informatik Naturwissenschaften Technik), ein Nationaler Pakt, der vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt wird. Hier können sich Schülerinnen und Studentinnen informieren, um sich ein realistisches Bild von ingenieurwissenschaftlichen Berufen zu verschaffen.

Weitere Informationen unter: www.komm-mach-mint.de

Frauen im Ingenieur-Beruf
Stefanie Sandlöbes hat sich nicht abschrecken lassen und wurde Ingenieurin – nachdem sie ihr Studium mit der Promotion abgeschlossen hat, arbeitet sie nun am Max-PlanckInstitut in Düsseldorf und ist mit der Entwicklung neuer Materialien im Bereich der Mikrostrukturphysik beschäftigt: „Die Arbeit macht mir Spaß und ich fühle mich sehr wohl.“ An ihrem Arbeitsplatz gibt es leider bis jetzt nur wenige Frauen in vergleichbaren Positionen – obwohl ihrer Meinung nach gerade ein gemischtes Team von Vorteil sein kann: „Frauen haben eine andere Sicht auf die Dinge als Männer. Sie arbeiten meistens viel strukturierter, wenn sie mehrere Projekte gleichzeitig betreuen. Deshalb sind sie eine Bereicherung für jedes Unternehmen.“

Für Stefanie, Lena und Carola gibt es keinen Grund, sich als Frau mit Interesse an Naturwissenschaft und Technik nicht für ein Ingenieurstudium zu entscheiden. Die Frauenpräsenz in technischen Berufen ist zwar noch weit davon entfernt, „historisch gewachsen“ zu sein, aber der Anfang ist bereits gemacht!