MINT-EC Camp 2017

02.05.2017

Die Fachgruppe für Rohstoffe und Entsorgungstechnik der RWTH Aachen begrüßte im Rahmen des MINT-EC-Camps „Sustainability in Resource Engineering – Der Weg von der Gewinnung bis zum Recycling“ an der RWTH Aachen 15 Schülerinnen und Schüler der Schulen aus dem MINT-EC-Netzwerk. Vom 25.-28.04.2017 wurden in Zusammenarbeit mit der Fachgruppe für Materialwissenschaft und Werkstofftechnik Themen aus dem Rohstoffkreislauf besprochen und diskutiert.

 

Fast alles, was Menschen tun, braucht Energie und Rohstoffe. Wir brauchen Ressourcen, um Lebensmittel an- und abzubauen, von A nach B zu gelangen, Wohnungen und Schulen zu heizen, Krankenhäuser zu betreiben und sauberes Trinkwasser bereitzustellen. Betriebe brauchen Ressourcen, um zu produzieren, um Arbeitsplätze zu schaffen. Rohstoffe und Energie ermöglichen weltweite Kommunikation und Mobilität. Ohne Ressourcen ist Entwicklung nicht möglich.

1.200 t Rohstoffe verbraucht jeder Mensch in Deutschland durchschnittlich in seinem Leben. Woher diese Rohstoffe kommen, wie sie gewonnen und wie aus ihnen die Werkstoffe für Produkte unseres täglichen Lebens hergestellt werden - und das auch noch nachhaltig - demonstrierten die Fachgruppen den interessierten Schülerinnen und Schülern in unterschiedlichen Vorträgen und Workshops.

Die Fachgruppe für Rohstoffe und Entsorgungstechnik eröffnete am Dienstag, den 25.04., gemeinsam mit der Zentralen Studienberatung das MINT-EC-Camp und informierte die Schülerinnen und Schüler in einem kurzen Vortrag über die Fachgruppe, die Studiengänge Rohstoffingenieurwesen und Nachhaltige Energieversorgung und die Berufsaussichten der Absolventinnen und Absolventen.

Im Anschluss hörten die Schülerinnen und Schüler einen Vortrag des Instituts für Markscheidewesen (IfM) zum Thema: „Die Vermessung einer Lagerstätte“. Hier ging es u. a. um den Einsatz von Globalen Navigations-Satelliten-Systemen (GNSS) wie z.B. GPS und die so ermittelten Koordinaten.

Thematisch daran anknüpfend konnten die Teilnehmer bei einem Workshop des Instituts für Maschinentechnik in der Rohstoffindustrie (IMR) im Foyer des Bergbaugebäudes viel über „Robotik im Bergbau“ lernen. Hierbei konnten eigenständig Räume im Gebäude vermessen werden, indem ein Demonstrator-Roboter, der Karten aus Laserscann-Daten erzeugt, über Virtual Reality gesteuert wurde. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnte so ein Verständnis für die Funktionsweise autonomer Maschinen vermittelt werden und sie konnten erleben, wie die teilautonome Maschinensteuerung der Zukunft aussehen könnte.

Am frühen Abend nahmen die Schülerinnen und Schüler an einer privaten Führung durch den Aachener Dom teil und konnten den ersten Tag des MINT-EC-Camps anschließend bei einem gemeinsamen Pizza-Abend ausklingen lassen.

Der zweite Tag des Camps startete am Mittwoch, den 26.04., mit dem Workshop: „Abbau von Kies und Quarzsand“, der am Institute of Mineral Resources Engineering (MRE) stattfand. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde ein Eindruck von der Rohstoffgewinnung unter und über Tage vermittelt. Sie haben gelernt, welche Arten von Lagerstätten es gibt und wie diese erschlossen werden können. Der hauptsächliche Fokus lag bei diesem Vortrag auf der Gewinnung von Quarzsanden und durch das Abspielen eines Drohnenvideos der Nivelsteiner Sandwerke hatten die Schüler die Chance, hautnah einen Betrieb in diesem Bereich kennenzulernen. Aspekte wie die Nachhaltigkeit und der Umweltschutz haben bei diesem Vortrag natürlich auch nicht gefehlt!

Beim Lehr- und Forschungsgebiet Aufbereitung mineralischer Rohstoffe (AMR) wurde den Schülern zunächst anhand eines Fallbeispiels die Vorgehensweise zur Beprobung und Aufbereitung einer Quarzsandlagerstätte erläutert. Danach konnten die Schüler an vier Stationen im Technikum durch unterschiedliche Sortiermethoden Quarz von Magnetit trennen und mit Waschpfannen und etwas Glück außerdem Gold finden.

Mittags besuchten die Campteilnehmer die Vorlesung „Energierohstoffe“ von Prof. Dr.-Ing. Peter Quicker, bei der es um die energetische Nutzung von Energierohstoffen ging. Am Nachmittag beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler am Institut für Gesteinshüttenkunde (GHI) in einem weiteren Workshop mit dem Thema: „Wie wird aus Rohstoffen ein Glas? Vom Gemenge bis zur Schmelze.“ Es wurden Sande von unterschiedlicher Qualität mit Soda und Kalkstein zu einem Gemenge gemischt und anschließend in einem Ofen geschmolzen. Am nächsten Tag konnte die Glasschmelze dann abgegossen werden. Es wurde weiter auch die chemische Umsetzung von Kalk und Soda diskutiert.

Am Donnerstag, den 27.04., ging es zunächst zum Lehr- und Forschungsgebiet Technologie der Energierohstoffe (TEER). Dort nahmen die Schüler am Workshop „Problematiken des Recyclings – Verbundstoffe trennen und thermische Behandlung von Shredderschrott“ teil. Hier hatten sie die Möglichkeit, mittels eines Zerkleinerungsaggregats Modellautos in ihre Bestandteile zu zerlegen. Die anschließenden Diskussionen darüber, wie nun die einzelnen Materialien zu sortieren seien, ließen die Schülerinnen und Schüler die Problematik von Wertstoffen in Abfällen erkennen.

Darauf aufbauend fand am Mittag der letzte Workshop mit dem Thema: „Aus Alt wird Neu: Recycling von Scherben“ am Institut für Gesteinshüttenkunde (GHI) statt. Über den Einfluss von Farboxiden, bzw. Verunreinigungen im Sand konnten die Schüler an den Glasschmelzen lernen, die am Vortag in den Ofen gestellt wurden und nun abgegossen werden konnten. Es entstand ein blaues Glas, ein grünes Glas und ein farbloses Glas.

Am letzten Tag des MINT-EC-Camps fand eine Abschlusspräsentation statt, bei der die Schülerinnen und Schüler den Mitarbeitern der beteiligten Institute das gelernte Wissen aus den Workshops präsentierten. Nach einem sehr informativen Vortrag der Zentralen Studienberatung zu wichtigen Themen wie Studienwahl und Aufnahme eines Studiums im Allgemeinen gab es die Gelegenheit, sich bei einem gemütlichen Brunch noch einmal mit allen Beteiligten auszutauschen. Mit einem Feedback von Seiten der Campteilnehmer endete das diesjährige MINT-EC-Camp.

 

MINT-EC Camp 2017